Das Kantonsspital Baselland (KSBL) und das Institut für Pflegewissenschaft – Nursing Science (INS) der Universität Basel vertiefen ihre Zusammenarbeit: Mit einem Akademie-Praxis-Partnerschaftsvertrag schaffen sie die Grundlage für eine langfristige Verbindung von Ausbildung, Pflegepraxis, Forschung und Innovation. Ziel ist eine moderne Pflege, die wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die Versorgung bringt.
Für die Pflegeforschung sind eine alternde Bevölkerung, komplexere Krankheitsverläufe sowie sichere Übergänge zwischen Spital, Zuhause, Spitex und Langzeitpflege zentrale Themen. Hier will das KSBL künftig noch gezielter ansetzen und die professionelle Pflege weiterentwickeln.
Unter der Leitung von Vanessa Muri-John, Leiterin Pflegeforschung und Klinische Praxis sowie stellvertretende CNO des KSBL, sollen gemeinsam mit dem INS Versorgungsmodelle entwickelt werden, die sich konsequent an den Bedürfnissen der Bevölkerung im Baselbiet orientieren – praxisnah, wirksam und alltagstauglich. Die Akademie-Praxis-Partnerschaft umfasst gemeinsame Forschungsprojekte, die Förderung von Pflegefachpersonen im Master- oder Doktoratsprogramm sowie die Weiterentwicklung des KSBL als Ausbildungs- und Forschungsstandort.
„Wir wollen Wissenschaft und Praxis noch enger miteinander verbinden, damit Sicherheit, Qualität und Kontinuität in der pflegerischen Versorgung gestärkt wird», sagt Vanessa Muri-John. „Unser Ziel ist nicht Forschung um ihrer selbst willen, sondern konkrete Verbesserungen für Patientinnen, Patienten und Angehörige. Wir wollen damit auch ein Umfeld fördern, in dem Pflege nicht nur ausgeführt, sondern aktiv weiterentwickelt wird.“
Ein Beispiel ist die seit Oktober 2024 betriebenen Nurse-Led-Care-Station am Standort Bruderholz: Das pflegegeleitete Angebot schliesst eine wichtige Lücke zwischen Akutspital und externer Versorgung. Die neue Akademie-Praxis-Partnerschaft schafft nun die Grundlage, solche Modelle gezielt wissenschaftlich weiterzuentwickeln und auszubauen.
Cornelius-Monroe Huber, CNO des KSBL, betont: „Diese Partnerschaft ist ein klares Bekenntnis zu einer starken Pflege im Baselbiet. Moderne Gesundheitsversorgung braucht Pflegefachpersonen, die Verantwortung übernehmen, mitgestalten und Versorgung aktiv weiterentwickeln. Genau das fördern wir am KSBL.“
Prof. Dr. Michael Simon, Direktor des Instituts für Pflegewissenschaft an der Universität Basel ist überzeugt von der Verstärkung der Zusammenarbeit: «Für uns ist die Verbindung zwischen Ausbildung, Forschung und Praxis zwingende Voraussetzung, um eine optimale Pflege zu ermöglichen. Die Partnerschaft schafft dafür die besten Voraussetzungen. Mit dem ersten Doktoratsprojekt zu altersgerechten Pflegemassnahmen werden wir genau dieses Ziel verfolgen.»
Die Zusammenarbeit ist langfristig angelegt und soll sich dynamisch weiterentwickeln. Sie unterstützt damit auch die Ziele des Kantons Basel-Landschaft, die Gesundheitsversorgung nachhaltig zu stärken und den Pflegeberuf attraktiver zu machen.
Mit der Akademie-Praxis-Partnerschaft positionieren sich das KSBL und die Universität Basel gemeinsam als treibende Kräfte für eine zukunftsfähige und patientennahe Pflege in der Region.