
Projektleitung
Michael Simon
INS-Projektteam
Beatrice Gehri
Michael Ketzer
Anja Orschulko
Externe Projektpartner
Sanatorium Kilchberg AG, Kilchberg
Ort der Datenerhebung
Sanatorium Kilchberg AG, Kilchberg
Laufzeit
2025 bis 2026
Projektbeschreibung
Hintergrund
Seit April 2025 wird am Sanatorium Kilchberg die Wochenarbeitszeit für Pflegepersonen im Schichtdienst auf 37 Stunden reduziert. Dies erfolgt durch Prozessanpassungen und eine Reduktion der täglichen Überlappungszeit zwischen Früh- und Spätdienst von drei auf eine Stunde. Damit verkürzen sich beide Dienste jeweils um eine Stunde.
Die zentrale Annahme ist, dass eine Reduktion der Arbeitszeit bei gleichbleibender Versorgungsqualität die Attraktivität der Institution als Arbeitgeberin erhöht, die Rekrutierung erleichtert und die Personalsituation langfristig stabilisiert. Die begleitende Evaluation dient der systematischen Beobachtung möglicher Auswirkungen auf Personal, Organisation und Versorgung.
Zielsetzung
Ziel der Evaluation ist es, mögliche negative Entwicklungen in der Patientenversorgung frühzeitig zu erkennen, Veränderungen in zentralen Personal- und Strukturkennzahlen (u.a. kurzfristige Absenzen, Fluktuation, externe Personalausleihe, offene Stellen) zu erfassen, die Wahrnehmung der Arbeitszeitreduktion durch Pflegepersonen und weitere Berufsgruppen zu untersuchen, Auswirkungen auf interprofessionelle Zusammenarbeit sowie auf wahrgenommene Pflegequalität und Patientensicherheit zu analysieren, eine Entscheidungsgrundlage für die Fortführung oder einen Abbruch des Projekts zu liefern.
Design/Methode
Multi-method Evaluation mit quantitativen und qualitativen Datenquellen:
Erwarteter Nutzen / Relevanz
Die Evaluation liefert eine empirische Grundlage zur Beurteilung, ob eine Reduktion der Wochenarbeitszeit im Schichtdienst unter realen Versorgungsbedingungen umsetzbar ist, ohne die Patientenversorgung zu beeinträchtigen.
Sie unterstützt strategische Entscheidungen zur Personalbindung, Rekrutierung und Arbeitszeitgestaltung und zeigt, inwiefern arbeitszeitbezogene Strukturveränderungen mit Kennzahlen der Personalstabilität und subjektiven Einschätzungen der Mitarbeitenden vereinbar sind. Darüber hinaus entstehen Erkenntnisse zur praktischen Umsetzung von Arbeitszeitmodellen im stationären psychiatrischen Setting.