Die drei Forschungsschwerpunkte des INS

Das Forschungsprofil des INS ist durch die drei Forschungsschwerpunkte «Innovative Versorgungsmodellen», «Patientensicherheit und Pflegequalität» und «Genomik in der Pflege» gekennzeichnet. 

Innovative Versorgungsmodelle

Innovative Versorgungsmodelle sind notwendig, um den Bedürfnissen der Bevölkerung im Sinne einer sich verändernden Demographie und Epidemiologie gerecht zu werden. Das Entwickeln, Evaluieren und Implementieren von interdisziplinären Versorgungsmodellen basierend auf den Prinzipien integrierter Versorgung, ‚nurse-led‘ care (z.B. APNs) und zunehmend gestützt auf eHealth-Technologien steht im Fokus von verschiedenen Forschungsprogrammen am INS: z.B. SMILe (Entwicklung, Evaluation & Implementierung eines integrierten, eHealth unterstützten Follow-up Care Models für transplantierten Patienten), INSPIRE (Entwicklung, Evaluierung & Implementierung eines Versorgungsmodells für ältere Menschen im Kanton Basel Landschaft), INTERCARE (Entwicklung, Implementierung und Evaluierung eines pflegegeleiteten Versorgungsmodells in Pflegeheimen). Implementation Science Methoden werden dabei angewendet, um eine relevante Interventionsentwicklung und erfolgreiche Implementierung in den klinischen Alltag dieser Versorgungsmodelle zu gewährleisten.

Patientensicherheit & Pflegequalität

Die Qualität der Gesundheitsversorgung wird als sicher, wirksam, patientenzentriert, rechtzeitig, effizient und gerecht definiert (IOM). Die Forschungsgruppe Patientensicherheit und Versorgungsqualität (Patient Safety and Quality of Care, PSQ) entwickelt mit wissenschaftlichen Methoden Lösungen für diese Bereiche. Mit einer breiten Palette von Beobachtungs- und Interventionsstudien in der stationären Langzeitpflege, Akutspitälern, der Psychiatrie und dem häuslichen Bereich nimmt die PSQ-Gruppe Systemperspektive ein, um die Pflegepraxis, das Management und Entscheidungsträger bei der Entscheidungsfindung zu unterstützen.

Unsere Forschung berücksichtigt den relevanten Kontext, einschliesslich des Personals und der Arbeitsumgebung, um nachhaltige Qualitätsverbesserung zu erzielen. Fortschrittliche quantitative und qualitative Methoden der Versorgungsforschung, die Anwendung von implementierungswissenschaftlichen Ansätzen und die enge Zusammenarbeit mit Praxispartnern und Stakeholdern unterstützen dabei die Entwicklung neuer Erkenntnisse und praxisrelevanter Innovationen.

Zu den aktuellen Interventionsprojekten gehören die Entwicklung und Evaluierung eines Schmerzmanagementprogramms in Pflegeheimen ProQuaS und INTERCARE. Aktuelle Beobachtungsstudien sind MatchRN (Pflege-Arbeitsumgebungs-Benchmarking und patientenzentrierte Versorgung), WER@INSEL (Vorhersagemodell für die Pflegepersonalausstattung mit Routinedaten) und SHURP 2018 (Zusammenhang von Pflegepersonal und Versorgungsqualität in Pflegeheimen).

Genomik in der Pflege

Eine personalisierte Gesundheitsfürsorge betont die Bedeutung individueller Merkmale, einschliesslich genetischer Faktoren für das Verständnis der Biologie der häufigsten chronischen Krankheiten und bei der Förderung einer effektiven Diagnose und Behandlung. Es fehlt jedoch die Übersetzung von Erkenntnissen der Genomik in routinemässige Gesundheits- und Public-Health-Interventionen. Das INS konzentriert sich darauf, diese Lücke zu schliessen.

Das INS leitet zwei schweizweite multidisziplinäre Pilot-Studien in der Genomik zur Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Einzelpersonen, Familien und Gemeinschaften (i.e. CASCADE-Studie, die Swiss-PROMPT-Studie).