Zusammen gestalten, was bleibt – Nachhaltige Interventionen in Langzeitpflegeeinrichtungen gemeinsam verankern (ESSENCE)

ESSENCE Abbildung

Neue Programme und Massnahmen werden in Langzeitpflegeeinrichtungen oft mit grossem Engagement eingeführt – und verschwinden nach Projektende wieder. Das ESSENCE-Projekt entwickelt gemeinsam mit Langzeitpflegeeinrichtungen in der Deutschschweiz und im Bundesstaat São Paulo (Brasilien) Wege, wie sich Interventionen nachhaltig verankern lassen.

Viele komplexe Interventionen im Gesundheitswesen zeigen zwar kurzfristig positive Effekte, verlieren jedoch nach Ende der Projektförderung an Wirkung oder werden ganz aufgegeben.
Die Nachhaltigkeit von Interventionen wird in der Implementierungsforschung bisher deutlich seltener untersucht als deren Einführung. Besonders Langzeitpflegeeinrichtungen stehen dabei vor spezifischen Herausforderungen wie Personalmangel, finanziellen Engpässen und komplexen Organisationsstrukturen. Bislang gibt es kaum praktische Anleitungen, wie Interventionen in diesem Setting dauerhaft verankert werden können, insbesondere im Vergleich zwischen Ländern mit unterschiedlichen Versorgungssystemen.

ESSENCE (Engaging key interest groups to SuStain complEx iNterventions in long-term CarE homes) hat zum Ziel, kontextsensitive Implementierungsstrategien für die Nachhaltigkeit komplexer Interventionen in Langzeitpflegeeinrichtungen zu entwickeln, umzusetzen und zu evaluieren – in den beiden Kontexten der Deutschschweiz und dem Bundesstaat São Paulo (Brasilien). Die Pflegeheime gestalten dabei als aktive Partner den Co-Creation-Prozess mit. 

Das Projekt gliedert sich in vier Arbeitspakete, eingebettet in ein übergeordnetes Arbeitspaket, das den Aufbau der Arbeitsgruppe mit den Langzeitpflegeeinrichtungen umfasst und sich über die gesamte Projektlaufzeit erstreckt. In beiden Ländern werden 3–6 Pflegeheime eingebunden.

ESSENCE schliesst eine wichtige Forschungslücke, indem es über die reine Implementierung hinausgeht und den Übergang zu nachhaltiger, in den Praxisalltag integrierter Versorgung in den Fokus rückt. Der Umsetzung in zwei Ländern mit verschiedenen Versorgungssystemen ermöglicht ein vertieftes Verständnis, wie regulatorische und kulturelle Kontexte die Nachhaltigkeit beeinflussen. Die Ergebnisse fliessen in ein praxisorientiertes Toolkit ein, das Langzeitpflegeeinrichtungen konkrete Hilfestellungen zur nachhaltigen Verankerung von Interventionen bietet, mit direktem Nutzen sowohl für Bewohnerinnen und Bewohner als auch für Mitarbeitende der Pflege.

Das Projekt wird am INS von Prof. Dr. Franziska Zúñiga (Studienleitung), Dr. Flaka Siqeca (Projektleitung), Natalie Zimmermann (Coaching und Implementierungsunterstützung) und Lisa Kästner (Projektkoordination) in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Ruth Melo und ihrem Team der Universität São Paulo durchgeführt und läuft von Juni 2026 bis Mai 2029.

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